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Zeitlich passendes Osterei

Hallo in die Runde,

was sagt Ihr zu diesem wie ich finde spektakulärem Bild.

R -0.50 -1.00 178 ° Visus 1,25
L -1.00 -0.75 145° Visus 1.0

Männlicher Kunde 26 Jahre jung zum ersten mal bei uns vorstellig mit dem Gefühl links ist was nicht so wie es sein soll, aber das hat er schon sehr lange 😮😮

IOD OD 23,9 OS 24,7 gemessen um 16:30 mit dem ICare
NFL OD 106 OS 106
CD OD 0.32 OS 0.34
Kammerwinkel OD 43/38 OS 36/27

Amsler-Test: Gitter verliert unten an Farbe

Ich freue mich schon auf eure Einschätzungen. Kann das ein extremes PED sein?

Sehr kurzfristiger AA Termin ist schon gemacht.

Mit diesem spannenden Fall wünsche Ich euch allen frohe Ostern

LG Christian

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  • 20260331_165321_Makula_3D_L_EINZELN_8mm_768x112.png
Georg Scheuerer hat auf diesen Beitrag reagiert.
Georg Scheuerer

Vielen Dank für die spektakuläre Aufnahme!

Ich vermute eine Retinopathia centralis serosa. Die Hyperreflexion der inneren NH-Schichten erkläre ich mir durch deren Verdichtung infolge der Anhebung durch die Flüssigkeit. Zu eine RCS würde auch das einseitige Auftreten und die Vergrauung im Amsler Gitter passen.

Auch von meiner Seite wünsche ich allen frohe Ostern und freue mich auf das Aprilwochenende in Travemünde!

Herzliche Grüße, Martin

Georg Scheuerer hat auf diesen Beitrag reagiert.
Georg Scheuerer

Hallo Christian,

auch von meiner Seite vielen Dank für die spektakuläre Aufnahme.

Erfreulich ist zunächst der Visus von 1,0 – und die Anamnese zeigt ja, dass der Patient das Problem schon länger beschreibt. An der Stelle, wo der Schnitt gelegt wurde, blockt die oberflächliche Opazifikation den Laser vollständig – die Ellipsoidzone ist hier nicht sichtbar. Bei einer destruierten oder nicht darstellbaren ELZ würde man eigentlich einen deutlich schlechteren Visus erwarten. Daher liegt die Vermutung nahe, dass wir in den Schnitten etwas oberhalb – auf Ebene der Sehgrube – eine intakte und sichtbare Ellipsoidzone finden werden, die den guten Visus von 1,0 erklärt.

Die oberflächliche Trübung (Narbe? - wie sieht das Fundusbild aus?) lässt uns leider völlig im Dunkeln darüber, wie es darunter aussieht. Eine zentrale seröse Chorioretinopathie (CRCS) würde sich typischerweise weiter unten abspielen – mit SRF oder seltener PED - und führt normalerweise nicht zu so einer dichten Trübung so weit oben?

Sehr interessant wären die Schnitte ober- und unterhalb dieses Scans: Sieht man dort vielleicht mehr von den tieferen Schichten, ist die ELZ dort sichtbar – und finden sich eventuell Läsionen, die wir einordnen können?
Auf jeden Fall ein spannender Fall – falls es neue Erkenntnisse gibt, wäre ich dankbar, wenn du sie teilst. Gerne auch noch ein paar mehr Schnitte :-)

VIELEN DANK

LG

Georg

 

Optik Leibold Team hat auf diesen Beitrag reagiert.
Optik Leibold Team

Hallo zusammen,

ein wirklich interessanter Fall, der mir in meinen nun fast 20 Jahren mit besonderer Faszination für die Netzhaut in dieser Form noch nicht begegnet ist. Auch ich kann derzeit keine eindeutige Erklärung für die zugrunde liegende Pathologie liefern.

Wie bereits angemerkt, wäre eine weiterführende multimodale Bildgebung – insbesondere Fundusfotografie sowie ggf. Autofluoreszenz – sicherlich hilfreich, um die Befundkonstellation besser einzuordnen.

Festzuhalten ist, dass es sich nicht um das klassische Bild einer PED oder einer CRCS handelt, da – wie bereits erwähnt – die Lokalisation hierfür untypisch ist. Das ausgeprägte Shadowing (Lichtverschattung) spricht vielmehr für eine stark lichtblockierende Struktur. In solchen Fällen würde man zunächst an einen vernarbenden Prozess denken; die nahezu vollständige Reflexion bzw. Absorption des Signals erinnert jedoch eher an eine kalkartige bzw. hochdichte Struktur, wie ich sie in dieser Form intraretinal bislang nicht beobachtet habe.

Auffällig ist eine umschriebene Prominenz ohne wesentliche Begleitveränderungen im umliegenden Gewebe. Bereits unterhalb der RNFL zeigt sich eine hyperreflektive Struktur, die die ausgeprägte Verschattung nach distal vollständig erklärt. Vaskuläre Veränderungen dieser Ausprägung – wie sie etwa bei Hämangiomen oder ausgeprägten Makroaneurysmata vorkommen – gehen in der Regel mit einer Permeabilitätsstörung und Exsudation einher, was hier jedoch nicht zu beobachten ist.

Am ehesten lässt sich der Befund aus meiner Sicht als vernarbende Veränderung mit atypischer Pigmentakkumulation interpretieren, wodurch das ausgeprägte Shadowing plausibel erklärbar wäre.

Klinisch erscheint der Befund aufgrund der parazentralen Lage (juxtafoveal) sowie fehlender Aktivitätszeichen derzeit nicht visusbedrohlich, sodass sich aktuell kein unmittelbarer Handlungsbedarf ergibt. Dennoch wäre eine weiterführende Diagnostik aus meiner Sicht sehr spannend, um die zugrunde liegende Pathologie besser zu klassifizieren.

Ich freue mich über weitere Einschätzungen und ergänzende Informationen.

Beste Grüße,

Dr. med. Joshua Torrent

Optik Leibold Team hat auf diesen Beitrag reagiert.
Optik Leibold Team

Hallo,

erstmal danke für eure Einschätzungen und anbei noch ein paar Aufnahmen die uns zur Verfügung stehen.

 

 

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