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Unklarer parapapillärer Befund im OCT

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Hallo zusammen,

bitte entschuldigt meine etwas verspätete Rückmeldung – ich habe mir eine kleine Auszeit in den Bergen gegönnt.

Wie ich sehe, wurde der Befund hier jedoch bereits sehr treffend erkannt. Auf den Bildern zeigen sich nasal myelinisierte Nervenfasern, auch Fibrae medullares genannt. Dabei handelt es sich um eine angeborene und in der Regel harmlose anatomische Variante der Netzhaut. Charakteristisch ist, dass die Sehnervenfasern ihre Myelinscheide ungewöhnlich weit in den Augenhintergrund hinein behalten. Dies äußert sich klinisch in Form heller, streifiger Areale.

In der OCT-Darstellung führt dies typischerweise zu einer Verdickung der RNFL. Gleichzeitig kommt es durch die Lichtundurchlässigkeit der myelinisierten Fasern zu einer ausgeprägten Hyperreflektivität der Oberfläche sowie zu einer peripheren Abschattung, wodurch die äußeren Netzhautschichten nur eingeschränkt beurteilbar sind.

Zusammenfassend handelt es sich hierbei um eine anatomische Besonderheit ohne Krankheitswert, die als unbedenklich einzustufen ist. Ein eventuell vorhandenes Skotom ist aufgrund der angeborenen Natur für die Betroffenen nicht wahrnehmbar und wird durch neuronales Filling-in vollständig kompensiert.

Was jedoch häufiger begleitend beobachtet wird, ist ein größerer, dabei jedoch regulärer Astigmatismus. Dies ist sowohl in der Literatur beschrieben als auch eine Beobachtung, die sich in meinem klinischen Alltag regelmäßig bestätigt. In solchen Fällen empfehle ich eine jährliche Kontrolle des Astigmatismus. Eine Korrelation mit einem Keratokonus besteht nicht.

Ich hoffe, diese Rückmeldung ist trotz der Verzögerung hilfreich.
Ich wünsche allen einen wunderbaren und erfolgreichen Start in die Woche.

Viele liebe Grüße an alle!

Dr. Joshua Torrent D.

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