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Unklarer parapapillärer Befund im OCT

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Hallo liebe Forumsmitglieder und lieber Herr Dr. Torrent,

ich möchte gern Eure Einschätzung zu folgendem Fall einholen.

Es handelt sich um eine Patient*in im Alter von 48. Die Patientin nimmt regelmäßig Beruhigungsmittel.

Fundusbefund:
Am linken Auge zeigt sich temporal der Papille ein umschriebenes gelblich wirkendes Areal beziehungsweise mehrere gelblich scharf begrenzte Herde parapapillär.

OCT Befund:
Im OCT des linken Auges zeigt sich im parapapillären Bereich nasal eine lokale Störung der retinalen Schichtarchitektur. Es finden sich umschriebene hyperreflektive intraretinale Herde, am ehesten in der äußeren Plexiformschicht lokalisiert. Die äußeren Netzhautschichten einschließlich der Ellipsoid Zone erscheinen in den angrenzenden Arealen überwiegend erhalten, zeigen jedoch lokal eine nicht sicher beurteilbare Unregelmäßigkeit.

Beurteilung:
In der Gesamtschau am ehesten vereinbar mit intraretinalen lipidreichen Ablagerungen, klinisch passend zu harten Exsudaten. Differenzialdiagnostisch kommen parapapilläre Drusen oder residuelle Veränderungen nach lokaler Gefäßleckage in Betracht.

Fragen an das Forum
Wie würdet Ihr die gelblichen parapapillären Läsionen in Kombination mit den hyperreflektiven intraretinalen Herden im OCT interpretieren?
Welche Differenzialdiagnosen würdet Ihr vorrangig benennen?
Welche weitere Diagnostik würdet Ihr empfehlen und würdet Ihr eine zeitnahe oder dringenden (da es ja nicht akutes zu sein scheint eher lieber zeitnah oder wie seht Ihr das?) Termin bei einem Augenarzt

Vielen Dank vorab für Ihre Einschätzung und Hilfe.

Mit freundlichen Grüßen

Marvin Marchwat

Hochgeladene Dateien:

Könnte das ein entzündlicher Prozess wie eine beginnende Toxoplamose sein? Haben die hellen wolkigen Strukturen temporal der Makula einen Bezug dazu?

Ich bin auf die Einschätzung von Dr. Torrent gespannt...

Nasal vermute ich myelinisierte Nervenfaserschichten.

Aussehen: Grau-weiße, scharf begrenzte Flecken oder Streifen, oft mit ausgefransten Rändern, die von der Papille ausstrahlen.

Ich freue mich auch auf die Einschätzung von Dr. Torrent

Georg Scheuerer hat auf diesen Beitrag reagiert.
Georg Scheuerer

Liebes Leibold Team, ich gebe ihnen Recht, eine Entmyelinisierung ist von der Position des hyperreflektiven Bereichs in der inneren Netzhautschicht und der ausfransenden Begrenzung nasal wahrscheinlicher. Für die temporalen wolkigen Strukturen habe ich keine Erklärung. Fall ein Gruppenmitglied eine Idee hat - nennt ihn gerne!

Georg Scheuerer hat auf diesen Beitrag reagiert.
Georg Scheuerer

Hallo,

ich melde mich mal für meinen Sohn Marvin, der den Fall hochgeladen hat:

Erst einmal vielen lieben Dank für die Anregungen...

Lieber Martin Kneppeck, die wolkigen Strukturen links der Makula sind Artefakte...(sind auf dem rechten Auge auch zu sehen) hätten wir dazu schreiben müssen, sorry!

Liebes Optik Leibold Team, ich hatte auch kurz an myelinisierte Nervenfasern gedacht aber gedanklich sofort verworfen, weil ich immer dachte, die gehen direkt von der Papille aus...habe jetzt aber noch ein bisschen nachgeforscht und gemerkt,dass das nicht immer der Fall ist! Ich denke jetzt auch fast, dass es myelinisierte Nervenfasern sind!

Ansonsten ergibt der Befund noch vereinzelte Drusen und leichte Kreuzungszeichen, welche mit der Kundin besprochen werden. Da der Druck (OD 14.7 und OS 20.8 um 15 Uhr gemessen) noch auffällig ist, werden wir die Kunden zur Abklärung zum Augenarzt schicken!

Vielen lieben Dank für Eure Einschätzungen!

Vielleicht bekommen wir von Dr. Torrent ja noch eine kurze Einschätzung!

Viele liebe Grüße Mandy

Georg Scheuerer hat auf diesen Beitrag reagiert.
Georg Scheuerer

Hallo zusammen,
ja, ich denke auch, dass es sich um myelinisierte Nervenfasern handelt. Diese sind nicht immer direkt an der Papille lokalisiert.
Daher kein Notfall - ich wäre entspannt, sofern keine weiteren auffälligen Befunde vorliegen.
Aber spannend - vielleicht hat Dr. Torrent noch einen kurzen Kommentar dazu.
Danke und liebe Grüße
Georg

Ich habe meine Unterlagen durchgesehen und stimme Georg zu! M. E. handelt es sich um eine Normvariante, bei der nasal oder temporal der Papille myelinisierte Nervenfasern untypisch in die Retina hineinragen. Dies ist eine angeborene harmlose Variante, welche kein Schmerzen verursacht, asymptomatisch und nicht progressiv ist.

Im Gegensatz zu einem Papillenödem ist der Papillenrand scharf begrenzt und die Papille ist nicht vorgewölbt.

Georg Scheuerer hat auf diesen Beitrag reagiert.
Georg Scheuerer

Hallo,

 

ich vermute, dass es sich um Fibrae medullares handelt.

Ich hatte vor kurzem einen vergleichbaren Fall, der vom Augenarzt als solche diagnostiziert wordenn ist.

Meine Kundin hatte dies deutlich weiter entfernt von der Papille, die Regel ist jedoch wohl, dass dies in der Nähe der Palle gelegen ist.

Hochgeladene Dateien:
  • PK-20251024_163131_R_Fundus.png
  • PK__20251024_161346_R_Fundus.png

Hi,

 

Fibrae medullares=Myelinisierte Nervenfasern

Wir denken alle in die gleiche Richtung – Danke fürs Teilen.
LG
Georg

 

 

Hallo,

vielen Dank für eure Antworten, Mann/Frau lernt halt nie aus..... ;-))

LG Mandy

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