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Makula bei Diabetes

Bitte um Beurteilung!

60jähriger Unternehmer. Seit 4 Jahren ist Diabetes Typ 2 bekannt, spritzt und nimmt Tabletten, Langzeitwert 7,5.

Fernwerte: R +0,25 / L +0,50, Visus 0,45. Amsler-Test unauffällig. Ich erkenne Flüssigkeit, Gliose und Drusen. Links sehe ich zusätzlich ein Macula- Foramen.

Ich habe ihm dringend einen Augenarztbesuch empfohlen. Termine sind sehr schwer bei uns zu bekommen.

Wäre eine Intravitreale Injektion mit VEGF-Hemmern ein Therapieansatz?!

Vielen Dank im Voraus!

Jana Fichtner-Sievers

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Hallo zusammen,

bei dem vorliegenden Befund handelt es sich um eine typische, in der klinischen Praxis häufig anzutreffende Konstellation bei Patienten mit Diabetes mellitus.

Zum einen zeigt sich auf beiden Augen eine Gliose, wie sie häufig im Rahmen einer diabetischen Makulopathie bzw. Retinopathie beobachtet wird. Diese führt zu einer Veränderung der fovealen Architektur. Im vorliegenden Fall resultiert daraus das Bild eines sogenannten Pseudomakulaforamens: In der OCT-Darstellung imponiert ein scharf begrenzter Fovearand,  die im klinischen Fundusbild einem Makulaforamen ähneln kann. Morphologisch handelt es sich jedoch nicht um ein echtes Foramen, da keine Läsion der Neuroretina vorliegt und die Schichten intakt erscheinen.
Zusätzlich zeigen sich parafoveal beidseits kleine zystische Veränderungen mit angrenzenden harten Exsudaten. Dieser Befund ist gut vereinbar mit einer beginnenden diabetischen Makulopathie. Die harten Exsudate sprechen dabei für einen eher chronischen Prozess und weisen auf eine länger bestehende vaskuläre Dysfunktion hin.
Therapeutisch stellt sich die Frage nach der Behandlungsindikation. Aktuell liegt weder eine visuslimitierende diabetische Makulopathie noch definitionsgemäß ein klinisch signifikantes Makulaödem vor. Daher besteht zum jetzigen Zeitpunkt keine zwingende Indikation für eine invasive Therapie im Sinne einer intravitreale Injektionstherapie.
Primär sollte eine Optimierung der systemischen Stoffwechsellage, insbesondere der Blutzuckereinstellung, angestrebt werden. Ergänzend kann der Einsatz topischer, entzündungshemmender bzw. flüssigkeitsregulierender Medikamente (z. B. Nepafenac / Nevanac AT 3mg 1x tgl.) erwogen werden, um einen potenziell positiven Einfluss auf das Makulaödem zu erzielen.
Im Verlauf sind engmaschige Kontrollen, beispielsweise nach drei Monaten, empfehlenswert. Sollte sich hierbei keine morphologische Besserung zeigen oder eine Progression auftreten, wäre die Durchführung einer Fluoreszenzangiographie sinnvoll, um das Ausmaß der vaskulären Leckage zu beurteilen und die Indikation für eine weiterführende Therapie – insbesondere eine intravitreale Behandlung – neu zu bewerten.

Zusammenfassend besteht also aktuell kein akuter Behandlungsbedarf. Eine strukturierte Verlaufskontrolle ist jedoch besonders wichtig, um eine mögliche Progression frühzeitig zu erkennen und das therapeutische Vorgehen entsprechend anzupassen.

Viele Grüße an Alle und frohe Ostertage,

Dr. Joshua Torrent Despouy

Andy Steinmeyer hat auf diesen Beitrag reagiert.
Andy Steinmeyer