Einschätzung Hornhaut
Zitat von Optik Leibold Team am 21. November 2025, 11:15 UhrHallo in die Runde,
ich habe hier einen Kunden der im August eine Cat Op Rechts hatte. Seitdem berichtet er von dauernden brennenden, juckenden und reibenden Augen.
Visus ist beidseitig 0,8.
Blutdruck ist eingestellt und Glaukom ist auch eingestellt.
Ich weiß nicht ob ich mit einer Descement Membranfalte hier richtig liege, ob diese das reiben verursachen kann und wenn ja dann stellt sich mir die Frage was man degegen unternehmen kann.
Ich freu mich schon auf eure Beurteilung.
LG Christian
Hallo in die Runde,
ich habe hier einen Kunden der im August eine Cat Op Rechts hatte. Seitdem berichtet er von dauernden brennenden, juckenden und reibenden Augen.
Visus ist beidseitig 0,8.
Blutdruck ist eingestellt und Glaukom ist auch eingestellt.
Ich weiß nicht ob ich mit einer Descement Membranfalte hier richtig liege, ob diese das reiben verursachen kann und wenn ja dann stellt sich mir die Frage was man degegen unternehmen kann.
Ich freu mich schon auf eure Beurteilung.
LG Christian
Hochgeladene Dateien:Zitat von Joshua Torrent Despouy am 23. November 2025, 20:29 UhrHallo liebe Forumleser,
vielen Dank für den Beitrag und die wunderschönen OCT-Aufnahmen des vorderen Augenabschnitts, die uns eindrucksvoll zeigen, wie fein strukturiert die Hornhaut ist.
Beim vorgestellten Patienten liegt sehr wahrscheinlich eine Störung des Tränenfilms nach einer erfolgreichen Katarakt-Operation vor. Solche Beschwerden zählen zu den häufigsten funktionellen Problemen nach dem Eingriff. Viele Patienten berichten in den Wochen danach über Trockenheitsgefühl, Brennen oder leichte Schwankungen der Sehschärfe.
Die Pathogenese ist gut untersucht und multifaktoriell:
Durch den chirurgischen Zugang – die sogenannte Parazentese – werden feine sensible Nervenfasern der Hornhaut verletzt. Diese Fasern sind Teil der trigeminalen Innervation und steuern wichtige Reflexe, die für die Stabilität des Tränenfilms notwendig sind.
Wenn diese Nerven vorübergehend geschädigt sind, reagiert die Augenoberfläche weniger empfindlich. Dadurch kommt es zu einer reduzierten Tränenproduktion und einer gestörten Regulation der Tränenfilmhomöostase.
Zusätzlich spielen postoperative Entzündungsprozesse, Veränderungen der Meibom-Drüsenfunktion sowie Störungen der Lipid- und Muzinschicht des Tränenfilms eine Rolle. All diese Faktoren zusammen können zu einer instabilen Tränenfilmoberfläche führen.
In Studien wird die Häufigkeit eines postoperativen trockenen Auges mit 20–60 % angegeben. Meist bessern sich die Beschwerden innerhalb von Wochen bis wenigen Monaten wieder, da sich die Nerven regenerieren und die Tränenfilmregulation sich normalisiert.
Was sehen wir auf den OCT-Bildern?
Die Aufnahmen zeigen die Hornhaut im Querschnitt. Dabei fällt an der inneren Hornhautrückfläche ein kleiner Vorsprung auf. Schaut man genauer hin, erkennt man, dass dieser Befund genau dort liegt, wo der chirurgische Zugang gesetzt wurde – die Parazentese.
Für diese wird mit einer speziellen Klinge ein kleiner Schnitt am Rand der Hornhaut gesetzt, durch den Instrumente eingebracht werden, um die Linse zu aspirieren. Der sichtbare Vorsprung im Endothel und inneren Stroma ist eine typische postoperative Veränderung dieser Inzision. Der Patient spürt dies nicht, denn die Beschwerden sind – wie oben beschrieben – nicht durch den Schnitt selbst bedingt, sondern durch die vorübergehende Störung der Tränenfilmstabilität.Zur besseren Vorstellung findet ihr hier einen anschaulichen Link zur visuellen Darstellung der Parazentese:
https://www.researchgate.net/figure/Construction-of-side-port-incision-for-second-instrument-to-rotate-eye_fig8_321949130Viele Grüße an alle!
Dr. med. Joshua Torrent D.
Hallo liebe Forumleser,
vielen Dank für den Beitrag und die wunderschönen OCT-Aufnahmen des vorderen Augenabschnitts, die uns eindrucksvoll zeigen, wie fein strukturiert die Hornhaut ist.
Beim vorgestellten Patienten liegt sehr wahrscheinlich eine Störung des Tränenfilms nach einer erfolgreichen Katarakt-Operation vor. Solche Beschwerden zählen zu den häufigsten funktionellen Problemen nach dem Eingriff. Viele Patienten berichten in den Wochen danach über Trockenheitsgefühl, Brennen oder leichte Schwankungen der Sehschärfe.
Die Pathogenese ist gut untersucht und multifaktoriell:
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Durch den chirurgischen Zugang – die sogenannte Parazentese – werden feine sensible Nervenfasern der Hornhaut verletzt. Diese Fasern sind Teil der trigeminalen Innervation und steuern wichtige Reflexe, die für die Stabilität des Tränenfilms notwendig sind.
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Wenn diese Nerven vorübergehend geschädigt sind, reagiert die Augenoberfläche weniger empfindlich. Dadurch kommt es zu einer reduzierten Tränenproduktion und einer gestörten Regulation der Tränenfilmhomöostase.
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Zusätzlich spielen postoperative Entzündungsprozesse, Veränderungen der Meibom-Drüsenfunktion sowie Störungen der Lipid- und Muzinschicht des Tränenfilms eine Rolle. All diese Faktoren zusammen können zu einer instabilen Tränenfilmoberfläche führen.
In Studien wird die Häufigkeit eines postoperativen trockenen Auges mit 20–60 % angegeben. Meist bessern sich die Beschwerden innerhalb von Wochen bis wenigen Monaten wieder, da sich die Nerven regenerieren und die Tränenfilmregulation sich normalisiert.
Was sehen wir auf den OCT-Bildern?
Die Aufnahmen zeigen die Hornhaut im Querschnitt. Dabei fällt an der inneren Hornhautrückfläche ein kleiner Vorsprung auf. Schaut man genauer hin, erkennt man, dass dieser Befund genau dort liegt, wo der chirurgische Zugang gesetzt wurde – die Parazentese.
Für diese wird mit einer speziellen Klinge ein kleiner Schnitt am Rand der Hornhaut gesetzt, durch den Instrumente eingebracht werden, um die Linse zu aspirieren. Der sichtbare Vorsprung im Endothel und inneren Stroma ist eine typische postoperative Veränderung dieser Inzision. Der Patient spürt dies nicht, denn die Beschwerden sind – wie oben beschrieben – nicht durch den Schnitt selbst bedingt, sondern durch die vorübergehende Störung der Tränenfilmstabilität.
Zur besseren Vorstellung findet ihr hier einen anschaulichen Link zur visuellen Darstellung der Parazentese:
https://www.researchgate.net/figure/Construction-of-side-port-incision-for-second-instrument-to-rotate-eye_fig8_321949130
Viele Grüße an alle!
Dr. med. Joshua Torrent D.



