Aderhaut Auffälligkeit und passendes Areal im Fundus
Zitat von Andy Steinmeyer am 1. Juli 2026, 12:26 UhrLiebe Forum-Mitglieder,
ich möchte heute folgenden Fall zur Diskussion stellen:
Frau, 85 Jahre, Cat-OP R/L mit Nachstar am R Auge vor 3 Jahren.
Visus R/L je 0,80, keinerlei Augen-Vorerkrankung bekannt.
Auf Grund eines Brillen Wunsches routinemäßig ein OCT und Fundusbild gemacht.Am R Auge zeigt sich am Fundusbild ein Areal, ca. 3-4 DD groß und unterhalb der Makula mit einer auffälliger Färbung. Ich habe verschiedene Fundusbilder hinzugefügt, jedoch bleibt das Areal auffällig.
Im OCT erscheint mir in diesem Bereich eine Aderhautveränderung, die ich nicht einordnen kann und somit hier um Mithilfe bitte. Die Bereiche die mir auffällig erscheinen habe ich markiert.Ich würde mich freuen eine Einschätzung von Euch zu bekommen.
Vielen Dank Andreas Steinmeyer
Liebe Forum-Mitglieder,
ich möchte heute folgenden Fall zur Diskussion stellen:
Frau, 85 Jahre, Cat-OP R/L mit Nachstar am R Auge vor 3 Jahren.
Visus R/L je 0,80, keinerlei Augen-Vorerkrankung bekannt.
Auf Grund eines Brillen Wunsches routinemäßig ein OCT und Fundusbild gemacht.
Am R Auge zeigt sich am Fundusbild ein Areal, ca. 3-4 DD groß und unterhalb der Makula mit einer auffälliger Färbung. Ich habe verschiedene Fundusbilder hinzugefügt, jedoch bleibt das Areal auffällig.
Im OCT erscheint mir in diesem Bereich eine Aderhautveränderung, die ich nicht einordnen kann und somit hier um Mithilfe bitte. Die Bereiche die mir auffällig erscheinen habe ich markiert.
Ich würde mich freuen eine Einschätzung von Euch zu bekommen.
Vielen Dank Andreas Steinmeyer
Hochgeladene Dateien:Zitat von Joshua Torrent Despouy am 29. Juli 2026, 00:59 UhrGuten Abend zusammen,
hmm – ich gebe es ungern zu, aber dieser Befund lässt mich zunächst ratlos zurück. Eine eindeutige Blickdiagnose oder auch nur eine belastbare Verdachtsdiagnose kann ich anhand der vorliegenden Aufnahmen derzeit nicht stellen. Genau solche Fälle machen jedoch den Reiz der ophthalmologischen Diagnostik aus und zeigen, wie wichtig eine strukturierte Herangehensweise ist.
Da sich die Auffälligkeit auf den verschiedenen Aufnahmen reproduzierbar an derselben Lokalisation darstellt, halte ich ein Medienartefakt oder einen bildgebungsbedingten Fehler für eher unwahrscheinlich.
Im Fundus zeigt sich ein umschriebener, solitärer Fleck, ohne dass sich in der OCT eine korrespondierende strukturelle Läsion der neurosensorischen Netzhaut erkennen lässt. Insbesondere finden sich keine Hinweise auf einen retinalen Defekt, eine Flüssigkeitsansammlung oder eine relevante Veränderung der retinalen Schichten. Bei genauer Betrachtung scheint allenfalls eine diskrete Veränderung beziehungsweise lokale Variabilität der Aderhautdicke vorzuliegen. Diese Beobachtung ist jedoch unspezifisch und lässt sich anhand der vorliegenden Bildgebung keiner definierten Erkrankung sicher zuordnen.
Gerade in einer solchen Konstellation stößt die Standarddiagnostik an ihre Grenzen. Ist das überhaupt eine Pathologie?
Um die Läsion weiter einzugrenzen, wäre aus meiner Sicht eine multimodale Bildgebung der nächste sinnvolle Schritt. Neben einer Fundusautofluoreszenz und einer Fluoreszenzangiographie würde ich insbesondere eine Indocyaningrün-Angiographie (ICG) empfehlen. Da die Auffälligkeit möglicherweise ihren Ursprung in der Aderhaut hat, bietet die ICG-Angiographie aufgrund ihrer besseren Darstellung der choroidalen Zirkulation häufig entscheidende zusätzliche Informationen.
Differenzialdiagnostisch kommen grundsätzlich verschiedene chorioretinale oder choroidale Veränderungen infrage. Auf Grundlage der bisherigen Bildgebung wäre es jedoch rein spekulativ, sich auf eine bestimmte Entität festzulegen. Eine seriöse Befundung sollte daher zunächst die weiterführende Diagnostik abwarten.
Ich würde den Fall daher an eine spezialisierte Makula- / Netzhaut Zentrum beziehungsweise an eine Universitätsaugenklinik weiterleiten. Dort stehen sowohl die erforderlichen bildgebenden Verfahren als auch die entsprechende Erfahrung zur Verfügung, um seltene chorioretinale Befunde sicher einzuordnen.
Ich bin sehr gespannt, welche Diagnose sich letztendlich hinter diesem interessanten Befund verbirgt.
Ich freue mich auf die Auflösung und die weitere fachliche Diskussion.
Liebe Grüße an Alle,
Euer Dr. Joshua Torrent
Guten Abend zusammen,
hmm – ich gebe es ungern zu, aber dieser Befund lässt mich zunächst ratlos zurück. Eine eindeutige Blickdiagnose oder auch nur eine belastbare Verdachtsdiagnose kann ich anhand der vorliegenden Aufnahmen derzeit nicht stellen. Genau solche Fälle machen jedoch den Reiz der ophthalmologischen Diagnostik aus und zeigen, wie wichtig eine strukturierte Herangehensweise ist.
Da sich die Auffälligkeit auf den verschiedenen Aufnahmen reproduzierbar an derselben Lokalisation darstellt, halte ich ein Medienartefakt oder einen bildgebungsbedingten Fehler für eher unwahrscheinlich.
Im Fundus zeigt sich ein umschriebener, solitärer Fleck, ohne dass sich in der OCT eine korrespondierende strukturelle Läsion der neurosensorischen Netzhaut erkennen lässt. Insbesondere finden sich keine Hinweise auf einen retinalen Defekt, eine Flüssigkeitsansammlung oder eine relevante Veränderung der retinalen Schichten. Bei genauer Betrachtung scheint allenfalls eine diskrete Veränderung beziehungsweise lokale Variabilität der Aderhautdicke vorzuliegen. Diese Beobachtung ist jedoch unspezifisch und lässt sich anhand der vorliegenden Bildgebung keiner definierten Erkrankung sicher zuordnen.
Gerade in einer solchen Konstellation stößt die Standarddiagnostik an ihre Grenzen. Ist das überhaupt eine Pathologie?
Um die Läsion weiter einzugrenzen, wäre aus meiner Sicht eine multimodale Bildgebung der nächste sinnvolle Schritt. Neben einer Fundusautofluoreszenz und einer Fluoreszenzangiographie würde ich insbesondere eine Indocyaningrün-Angiographie (ICG) empfehlen. Da die Auffälligkeit möglicherweise ihren Ursprung in der Aderhaut hat, bietet die ICG-Angiographie aufgrund ihrer besseren Darstellung der choroidalen Zirkulation häufig entscheidende zusätzliche Informationen.
Differenzialdiagnostisch kommen grundsätzlich verschiedene chorioretinale oder choroidale Veränderungen infrage. Auf Grundlage der bisherigen Bildgebung wäre es jedoch rein spekulativ, sich auf eine bestimmte Entität festzulegen. Eine seriöse Befundung sollte daher zunächst die weiterführende Diagnostik abwarten.
Ich würde den Fall daher an eine spezialisierte Makula- / Netzhaut Zentrum beziehungsweise an eine Universitätsaugenklinik weiterleiten. Dort stehen sowohl die erforderlichen bildgebenden Verfahren als auch die entsprechende Erfahrung zur Verfügung, um seltene chorioretinale Befunde sicher einzuordnen.
Ich bin sehr gespannt, welche Diagnose sich letztendlich hinter diesem interessanten Befund verbirgt.
Ich freue mich auf die Auflösung und die weitere fachliche Diskussion.
Liebe Grüße an Alle,
Euer Dr. Joshua Torrent
Zitat von Andy Steinmeyer am 6. August 2026, 13:31 UhrVielen Dank Herr Dr. Torrent,
ich bin dankbar, mit diesem Forum und mit Ihnen eine Möglichkeit zu haben solche Fälle besprechen zu können.
Ich hatte der Kundin bereits, unabhängig von diesem Forum, einen Augenarzt-Termin empfohlen.
Heute habe ich die Kundin angerufen um mich zu erkundigen, ob sie meiner Empfehlung gefolgt ist. Sie war bei einem Augenarzt, dieser hat sich das Auge angeschaut und einen weiteren Termin im kommenden drei Monaten geplant, bei dem auch noch eine Kontrastbildaufnahme gemacht werden soll.
Weitere Infos habe ich noch nicht.Vielen Dank
Lieben Gruss Andreas Steinmeyer
Vielen Dank Herr Dr. Torrent,
ich bin dankbar, mit diesem Forum und mit Ihnen eine Möglichkeit zu haben solche Fälle besprechen zu können.
Ich hatte der Kundin bereits, unabhängig von diesem Forum, einen Augenarzt-Termin empfohlen.
Heute habe ich die Kundin angerufen um mich zu erkundigen, ob sie meiner Empfehlung gefolgt ist. Sie war bei einem Augenarzt, dieser hat sich das Auge angeschaut und einen weiteren Termin im kommenden drei Monaten geplant, bei dem auch noch eine Kontrastbildaufnahme gemacht werden soll.
Weitere Infos habe ich noch nicht.
Vielen Dank
Lieben Gruss Andreas Steinmeyer