RPE-Defekt ?
Zitat von Thomas Haug am 25. November 2025, 13:15 UhrHallo zusammen,
Hier ein Fall in die Runde von einer 78 jährigen Patientin.
Sie kam mit dem Wunsch nach einer neuen Brille da sie mit ihrer bisherigen zunehmend schlechter sieht, besonders Nachs beim Auto fahren.
Organisch gesund, Medikamente Ramipril
Ref ergab:
R 0,0 -2,0 A 90 V 0,5
L 0,0 -1,5 A 104° V 0,6Der Kontrast war R/L 6,3%
In der Spala war die Linsentransparenz auffällig. Der TF war mit einer BUT von 11 sec. unauffällig.
Sowohl die Kontrastsehfähigkeit als auch der Visus erklärt ihre Probleme.Fundusaufnahmen sind bds. leicht unscharf.
Am linken Fundus lassen sich 2 kleine Drusen erkennen und perifoveolär ein kleiner dunkler Fleck den ich als RPE-Verschiebung eingeornet habe.
Im OCT zeigt sich im Volumenscan eine ganzheitlich unauffällige NH-Architektur.
Es fällt nur die Stelle der RPE Veränderung auf die sich als ein Ausbruch des RPE zeigt der sich in die äußere Netzhautstruktur verschiebt.Ich verwies die Kundin zum Augenarzt zur Abklärung Kat OP und Abklärung der RPE Defektes.
Sie kam dann zurück mit der Info: Kat noch nicht weit genug vorangeschritten, Schlechte Sehschärfe kommt von Sicca. Kontrolle in 3 Monaten, wenn es schlechter wird braucht sie Spritzen.
Ich sehe keine Kardinalszeichen wie Drusen etc. einer Maculaerkrankung.
Daher die Frage was es für mögliche pathophysiologische Ursachen für die dunkle Erscheinung geben kann.
RPE Veränderung? Wie ist damit weiter zu verfahren?
Feuchtigkeit wegen der Hyperreflektivität ausgeschlossen.
Kann es sein dass hier doch CNV Prozesse stattfinden?
Bin gespannt auf Antworten und ob ich hier etwas übersehe.Grüße
Thomas Haug
Hallo zusammen,
Hier ein Fall in die Runde von einer 78 jährigen Patientin.
Sie kam mit dem Wunsch nach einer neuen Brille da sie mit ihrer bisherigen zunehmend schlechter sieht, besonders Nachs beim Auto fahren.
Organisch gesund, Medikamente Ramipril
Ref ergab:
R 0,0 -2,0 A 90 V 0,5
L 0,0 -1,5 A 104° V 0,6
Der Kontrast war R/L 6,3%
In der Spala war die Linsentransparenz auffällig. Der TF war mit einer BUT von 11 sec. unauffällig.
Sowohl die Kontrastsehfähigkeit als auch der Visus erklärt ihre Probleme.
Fundusaufnahmen sind bds. leicht unscharf.
Am linken Fundus lassen sich 2 kleine Drusen erkennen und perifoveolär ein kleiner dunkler Fleck den ich als RPE-Verschiebung eingeornet habe.
Im OCT zeigt sich im Volumenscan eine ganzheitlich unauffällige NH-Architektur.
Es fällt nur die Stelle der RPE Veränderung auf die sich als ein Ausbruch des RPE zeigt der sich in die äußere Netzhautstruktur verschiebt.
Ich verwies die Kundin zum Augenarzt zur Abklärung Kat OP und Abklärung der RPE Defektes.
Sie kam dann zurück mit der Info: Kat noch nicht weit genug vorangeschritten, Schlechte Sehschärfe kommt von Sicca. Kontrolle in 3 Monaten, wenn es schlechter wird braucht sie Spritzen.
Ich sehe keine Kardinalszeichen wie Drusen etc. einer Maculaerkrankung.
Daher die Frage was es für mögliche pathophysiologische Ursachen für die dunkle Erscheinung geben kann.
RPE Veränderung? Wie ist damit weiter zu verfahren?
Feuchtigkeit wegen der Hyperreflektivität ausgeschlossen.
Kann es sein dass hier doch CNV Prozesse stattfinden?
Bin gespannt auf Antworten und ob ich hier etwas übersehe.
Grüße
Thomas Haug
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Zitat von Joshua Torrent Despouy am 27. November 2025, 00:52 UhrHallo zusammen,
ich halte mich bei diesem Fall heute etwas kürzer, da das weitere Vorgehen aus meiner Sicht teilweise Ermessenssache ist.
Die Fallvorstellung ist vollständig, präzise und die bisher getroffenen Entscheidungen durch Thomas Haug sind absolut nachvollziehbar. Weniger klar ist für mich jedoch die Empfehlung des mitbehandelnden Augenarztes.
Die Untersuchungsergebnisse sprechen eindeutig dafür, dass sowohl der reduzierte Visus als auch die übrigen Beschwerden gut mit der vorliegenden Linsentrübung erklärbar sind. Damit scheint die Katarakt der maßgeblich limitierende Faktor zu sein. Bei vorhandenem subjektivem Leidensdruck, einer nachlassenden Sehschärfe sowie einer stabilen Netzhautsituation wäre eine operative Therapie aus meiner Sicht gerechtfertigt. Auch ich würde dieses Vorgehen unterstützen.
Zwar kann eine Netzhauterkrankung grundsätzlich einschränkend wirken, jedoch zeigt die OCT in diesem Fall eine intakte foveale Architektur. Weder die angrenzenden Drusen noch die RPE-Verklumpungen in der Nähe der Fovea stellen derzeit einen limitierenden Faktor dar. Die Netzhaut erscheint stabil, und eine zukünftige Notwendigkeit für IVOM-Therapien lässt sich nicht prognostizieren. Vor diesem Hintergrund sind die Hinweise auf potenziell notwendige „Spritzen“ aktuell nicht nachvollziehbar.
Zusammenfassend spricht die gesamte Befundkonstellation deutlich dafür, dass die Katarakt der entscheidende limitierende Faktor ist. Gerade aufgrund der stabilen Netzhautsituation, wie sie in der OCT sichtbar ist, sollte eine operative Therapie in Betracht gezogen werden, um dem Patienten die bestmögliche Sehqualität zu ermöglichen.
Viele Grüße,
Dr. med. Joshua Torrent Despouy
Hallo zusammen,
ich halte mich bei diesem Fall heute etwas kürzer, da das weitere Vorgehen aus meiner Sicht teilweise Ermessenssache ist.
Die Fallvorstellung ist vollständig, präzise und die bisher getroffenen Entscheidungen durch Thomas Haug sind absolut nachvollziehbar. Weniger klar ist für mich jedoch die Empfehlung des mitbehandelnden Augenarztes.
Die Untersuchungsergebnisse sprechen eindeutig dafür, dass sowohl der reduzierte Visus als auch die übrigen Beschwerden gut mit der vorliegenden Linsentrübung erklärbar sind. Damit scheint die Katarakt der maßgeblich limitierende Faktor zu sein. Bei vorhandenem subjektivem Leidensdruck, einer nachlassenden Sehschärfe sowie einer stabilen Netzhautsituation wäre eine operative Therapie aus meiner Sicht gerechtfertigt. Auch ich würde dieses Vorgehen unterstützen.
Zwar kann eine Netzhauterkrankung grundsätzlich einschränkend wirken, jedoch zeigt die OCT in diesem Fall eine intakte foveale Architektur. Weder die angrenzenden Drusen noch die RPE-Verklumpungen in der Nähe der Fovea stellen derzeit einen limitierenden Faktor dar. Die Netzhaut erscheint stabil, und eine zukünftige Notwendigkeit für IVOM-Therapien lässt sich nicht prognostizieren. Vor diesem Hintergrund sind die Hinweise auf potenziell notwendige „Spritzen“ aktuell nicht nachvollziehbar.
Zusammenfassend spricht die gesamte Befundkonstellation deutlich dafür, dass die Katarakt der entscheidende limitierende Faktor ist. Gerade aufgrund der stabilen Netzhautsituation, wie sie in der OCT sichtbar ist, sollte eine operative Therapie in Betracht gezogen werden, um dem Patienten die bestmögliche Sehqualität zu ermöglichen.
Viele Grüße,
Dr. med. Joshua Torrent Despouy



