Macula ok, aber sehr schlechter Visus ?
Zitat von Naeseroptik am 6. Januar 2026, 16:58 UhrKönnten die Reflexe rechts und links der Macula Calzifizierungen oder eine entstehende Gliose sein ?
Sind die roten Bereiche im oberen Teil des Maculatortendiagrammes ein Hinweis auf ein Nervenfaserschichtproblem ?
Kunde macht täglich 9 h PC Arbeit,
letzte Brille 2023: R/L - 4,00
01/2026 refra R/L - 5,50
Könnten die Reflexe rechts und links der Macula Calzifizierungen oder eine entstehende Gliose sein ?
Sind die roten Bereiche im oberen Teil des Maculatortendiagrammes ein Hinweis auf ein Nervenfaserschichtproblem ?
Kunde macht täglich 9 h PC Arbeit,
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01/2026 refra R/L - 5,50
Hochgeladene Dateien:Zitat von Georg Scheuerer am 17. Januar 2026, 22:39 UhrVielen Dank für den Beitrag.
Eine signifikante Gliose oder Kalziumeinlagerung? kann ich auf den gezeigten Bildern nicht erkennen. Die Netzhaut erscheint peripher im Vergleich zur Kontrollgruppe etwas reduziert, dabei symmetrisch temporal und nasal zur Fovea - was aus meiner Sicht durchaus physiologisch normal sein kann.
Für eine fundiertere Einschätzung wären weitere Informationen sehr hilfreich, insbesondere:
• Visus
• GCL- und RNFL-Werte
• Fundusaufnahme
• Anamnese
・IOD
etc.=Wenn ein Visusverlust vorliegt, gehe ich diagnostisch stets von außen nach innen vor:
Tränenfilm/Benetzung (z.B. Sicca), Cornea (Trübungen, Läsionen, Topo/HOA etc.), Vorderkammer, Linse, Vitroues, Netzhaut sowie Sehbahn inklusive RAPD und Gesichtsfeld.
Zudem stellt sich die Frage nach der Ursache der Myopisierung:
Liegt sie primär an der Cornea oder an der Linse?
Insgesamt kann ich - zumindest aus meiner Sicht - aus den beiden Bildern allein nur sehr eingeschränkt Schlüsse ziehen.
Ich freue mich aber wie immer über weitere Meinungen und zusätzliche Informationen.Danke
Liebe GrüßeGeorg
Vielen Dank für den Beitrag.
Eine signifikante Gliose oder Kalziumeinlagerung? kann ich auf den gezeigten Bildern nicht erkennen. Die Netzhaut erscheint peripher im Vergleich zur Kontrollgruppe etwas reduziert, dabei symmetrisch temporal und nasal zur Fovea - was aus meiner Sicht durchaus physiologisch normal sein kann.
Für eine fundiertere Einschätzung wären weitere Informationen sehr hilfreich, insbesondere:
• Visus
• GCL- und RNFL-Werte
• Fundusaufnahme
• Anamnese
・IOD
etc.=
Wenn ein Visusverlust vorliegt, gehe ich diagnostisch stets von außen nach innen vor:
Tränenfilm/Benetzung (z.B. Sicca), Cornea (Trübungen, Läsionen, Topo/HOA etc.), Vorderkammer, Linse, Vitroues, Netzhaut sowie Sehbahn inklusive RAPD und Gesichtsfeld.
Zudem stellt sich die Frage nach der Ursache der Myopisierung:
Liegt sie primär an der Cornea oder an der Linse?
Insgesamt kann ich - zumindest aus meiner Sicht - aus den beiden Bildern allein nur sehr eingeschränkt Schlüsse ziehen.
Ich freue mich aber wie immer über weitere Meinungen und zusätzliche Informationen.
Danke
Liebe Grüße
Georg
Zitat von Joshua Torrent Despouy am 21. Januar 2026, 12:47 UhrHallo zusammen,
nach meinem Verständnis geht es hierbei um die Interpretation der hellen Linien auf der Netzhaut.
Bei diesen Linien handelt es sich um physiologische Reflexe der inneren Grenzmembran (ILM), die im OCT ein hyperreflektives Muster erzeugen. Ein solches Muster kennen wir zwar auch bei Gliosen, in diesem Fall sind die dargestellten Reflexe jedoch als physiologisch zu werten und entsprechen den juvenilen Fundusreflexen, wie sie auch in den Fundusfotografien zu sehen sind. Typischerweise sind sie insbesondere am Apex der parafoveolären Wölbung sowie zentral in der Foveasenke gut erkennbar. Analog zu den Fundusreflexen gilt: Je jünger die Patientinnen und Patienten, desto ausgeprägter können diese Muster erscheinen.
Eine Gliose kann zwar ebenfalls zu hyperreflektiven Veränderungen führen, dabei finden sich jedoch zusätzlich strukturelle Hinweise wie eine epiretinale Membran oder begleitende Veränderungen der Netzhautoberfläche, beispielsweise Faltenbildungen – diese Zeichen liegen hier nicht vor.
Kalzifikationen sind in dieser Schicht eher untypisch. Technisch betrachtet würde eine Verkalkung zudem mit einer deutlichen Abschattung nach distal (unterhalb der hellen Linie) einhergehen, da das OCT-Signal die Struktur nicht durchdringen könnte.
In der Übersichtaufnahme fällt jedoch auf, dass das RNFL-Muster leicht auffällig erscheint. Daher schließe ich mich Georgs Einschätzung an und empfehle, trotz des jungen Alters und fehlender Risikofaktoren, den RNFL-Status weiter zu beobachten und im Verlauf erneut abzuklären.
Viele Grüße,
Dr. J. Torrent D.
Hallo zusammen,
nach meinem Verständnis geht es hierbei um die Interpretation der hellen Linien auf der Netzhaut.
Bei diesen Linien handelt es sich um physiologische Reflexe der inneren Grenzmembran (ILM), die im OCT ein hyperreflektives Muster erzeugen. Ein solches Muster kennen wir zwar auch bei Gliosen, in diesem Fall sind die dargestellten Reflexe jedoch als physiologisch zu werten und entsprechen den juvenilen Fundusreflexen, wie sie auch in den Fundusfotografien zu sehen sind. Typischerweise sind sie insbesondere am Apex der parafoveolären Wölbung sowie zentral in der Foveasenke gut erkennbar. Analog zu den Fundusreflexen gilt: Je jünger die Patientinnen und Patienten, desto ausgeprägter können diese Muster erscheinen.
Eine Gliose kann zwar ebenfalls zu hyperreflektiven Veränderungen führen, dabei finden sich jedoch zusätzlich strukturelle Hinweise wie eine epiretinale Membran oder begleitende Veränderungen der Netzhautoberfläche, beispielsweise Faltenbildungen – diese Zeichen liegen hier nicht vor.
Kalzifikationen sind in dieser Schicht eher untypisch. Technisch betrachtet würde eine Verkalkung zudem mit einer deutlichen Abschattung nach distal (unterhalb der hellen Linie) einhergehen, da das OCT-Signal die Struktur nicht durchdringen könnte.
In der Übersichtaufnahme fällt jedoch auf, dass das RNFL-Muster leicht auffällig erscheint. Daher schließe ich mich Georgs Einschätzung an und empfehle, trotz des jungen Alters und fehlender Risikofaktoren, den RNFL-Status weiter zu beobachten und im Verlauf erneut abzuklären.
Viele Grüße,
Dr. J. Torrent D.